Antipasti aus Holunderknospen

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Antpasti mal anders - Eingelegte Holunderknospen

Der Sommer ist doch eine schöne Zeit! Auch wenn es kalendarisch noch nicht ganz so weit ist, die Vegetation ist es allemal. Die Natur hat den Tisch reich für uns gedeckt und ich finde es wunderbar, dass es jetzt so einfach ist, sich regionaler und nachhaltiger zu ernähren. Importierte Antipasti dürfen jetzt getrost im Supermarktregal stehen bleiben. Wir ernten, gehen sammeln und machen uns die schmackhafte Vorspeise einfach selber. Sicher ist das kein Fast Food, es braucht etwas Zeit, aber letztlich werden wir gleich doppelt für unseren "Zeiteinsatz" belohnt: Einerseits mit wirklich gutem Essen, reich an gesunden Inhaltsstoffen und andererseits mit der positiven Energie, mit der uns ein Aufenthalt in der Natur auflädt. Meine kleinen Sammelausflüge sind für mich immer auch Müßiggänge zum Kraft tanken, mich treiben lassen, den Gedanken freien Lauf lassen, neues entdecken und Inspiration finden. Ein wirkliches Geschenk in unserer rastlosen Zeit voller Ablenkungen und Verpflichtungen. In den vergangenen Tagen haben wir viel Holunder gesammelt und verarbeitet. Holunderblütenrezepte gibt es viele, aber was ist eigentlich mit den Knospen? Sie können ganz herrlich zu Kapern verarbeitet werden und sind nicht nur tolle Antipasti, sondern auch eine leckere Beilage. Nicht nur im Sommer ein Genuss, sondern konserviert im Glas eine schöne Sache rund ums ganze Jahr.

Holunderblütenknospen können eingelegt und zu "Kapern" verarbeitet werden

Zutaten:

1/3 Weißwein

1/3 milden Weißweinessig

1/3 Wasser

ein bisschen Zucker

Holunderblütenknospen (Sambucus nigra) - Es sind die Knospen vor der Blüte, nicht die unreifen, grünen Früchte gemeint.

Gewürze: Bronzefenchel, Dill, Koriander, Nelken, Pfeffer, Piment, Senfkörner, Wacholder

Gewürzmischung im Mörser leicht anstoßen, damit sich die Aromen entfalten können

Und so geht's: 

  • Die Gewürze in einen Mörser geben und leicht anstoßen, damit sich die Aromen gut entfalten können. 
  • Die Holunderblütenknospen in gereinigte, gut verschließbare Gläser abfüllen
  • Weißwein, Weißweinessig und Wasser in einem Topf kurz aufkochen, ein bisschen Zucker und Salz hinzugeben.
  • Den heißen, kochenden Sud über die Holunderblütenknospen gießen, so dass sie gut bedeckt sind und das Glas voll ist.
  • Anschließend die Gläser verschließen. Ein sauberes Tuch über die Gläser legen und auskühlen lassen. Nachdem der Sud ausgekühlt ist, sollte ein Vakuum entstanden und die Gläser luftdicht verschlossen sein, so dass keine Keime, Bakterien oder Pilzsporen von außen eindringen können.
  • Mindestens vier Wochen kühl und dunkel lagern.
  • Nach dem öffnen des Glases sollten die Holünderblütenknospen rasch verzehrt werden, da sie nun nicht mehr unter Ausschluss von Luft konserviert sind. 

Fertig!

Es können auch andere Blütenknospen, z.B. vom Bärlauch oder Gemüse, z.B. Zwiebeln eingelegt werden

TIPP

Ihr könnt auch andere Knospen, wie z.B. Bärlauchknospen oder Gemüse, z.B. Zwiebeln auf diese Weise konservieren und zu leckeren Antipasti verarbeiten. Da diese aber etwas gröber und fester sind als die Holunderblütenknospen, empfiehlt es sich, Gemüse, Zwiebeln & Co. vor dem Abfüllen in dem Sud ein bisschen weich zu kochen. Zur besseren Konservierung können die verschlossenen Gläser entweder in einem großen Topf bei 85 Grad oder im Backofen bei 190 bis 200 Grad für 10 Minuten eingekocht werden. Für die Topfvariante die Gläser in einen großen Topf mit Wasser stellen und aufkochen. Die Gläser sollten nur ca. zu 3/4 mit Wasser bedeckt sein und noch gut und fest auf dem Boden des Topfes stehen können. Die Gläser zum Abkühlen aus dem Topf nehmen und hierfür mit einem sauberen Tuch bedecken. Für die Backofenvariante füllt man ein tiefes Backblech mit Wasser auf und stellt die Gläser hinein. 10 Minuten abkochen und danach noch ca. 30 Minuten im ausgeschalteten, aber noch warmen Ofen belassen. Dann zum Abkühlen aus dem Ofen herausnehmen und mit einem sauberen Tuch bedecken, bis die Gläser komplett abgekühlt sind.

 

Die Holunderblütenkapern passen gut zu einem kräftigen Bergkäse, zu Fisch- und Kartoffelgerichten, Salaten oder auf Pizza. Lasst eurer Fantasie einfach freien Lauf!

An Guadn!

Ach ja, und... so ein Gläschen selbst gemachte Antipasti sind auch immer ein schönes Mitbringsel und kleines Geschenk aus der Küche.

Alles Liebe!

Eure Wilde Möhre

17. Juni 2016

Fotos: ©Andreas Thomasser

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