Oxymel – “Sauerhonig” mit Fichtenwipferln: Hustensaft, Immunbooster & gesunde Nascherei

by wildemoehre

Was genau ist Oxymel

Oxymel, das bedeutet zu Deutsch so viel wie “Sauerhonig” (oxy = sauer und mel = Honig). Er setzt sich in der Regel aus 3 Teilen Honig und 1 Teil Essig zusammen. In dieser Mischung werden häufig Kräuter ausgezogen. Der Name “Oxymel” wird häufig in Renaissance-Arzneibüchern gefunden und so ist er ein Mittel, mit alter Tradition. Oxymel wird sogar schon seit über 2.000 Jahren verwendet. Extrakte aus Honig und Essig wurden bei Fieber, zur besseren Verdauung und zur Vitalisierung bei einem geschwächten Immunsystem verwendet. Allerdings schien der Sauerhonig lange Zeit in Vergessenheit geraten zu sein. Nun hat man sich seiner wieder erinnert und für viele ist er inzwischen wieder ein beliebter Kräuterauszug und Mittel zur Immunstärkung. 

Oxymel ein Multitalent

Oxymel enthält wertvolle Vitamine, Mineralien und Enzyme und hat antibakterielle, antimykotische sowie antioxidative Eigenschaften. Deswegen eignet er sich gut zur Gesunderhaltung des Darms und um Entzündungen entgegenzuwirken. Er fördert die Verdauung, hilft bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels und des Cholesterins. Der Sauerhonig mit Fichtenwipferln kann auch gezielt bei Atemwegserkrankungen bzw. als Hustensaft angewendet werden. Oxymel ist aber nicht nur als Haus- und Stärkungsmittel ein Talent, nein er ist auch eine Köstlichkeit für Naschkatzen und Wildkräuterköche. Nur einige Tipps: Fichtenwipferl-Oxymel im Sommerspritzer oder mit cremigem Naturjoghurt, zur Verfeinerung von Wildsoßen, Salatdressings, in Cognac eingelegte Spätsommerfrüchte mit Sauerrahm, Zimt, Kardamom und Fichtenwipferl-Oxymel oder Vanilleeis mit Fichtenwipferl-Oxymel. Ich kann nur sagen, absolut köstlich und eine echt tolle Alternative zu weißem Zucker und Zitronensäure in der Küche!

Auch für Sportler ist Oxymel übrigens interessant. Er ergibt verdünnt nämlich einen tolles, isotonisches Getränk. Ich verdünne gerne mein Wasser mit Oxymel, wenn ich länger mit dem Rad unterwegs bin oder wenn wir den ganzen Tag wandern gehen. Auch bei heißen Temperaturen, wenn man viel schwitzt ist er ein guter Durstlöscher und hilft dabei die Energie zu halten, Man kann dem Getränk auch noch eine Prise Salz und etwas Zitronensaft hinzufügen.

Die jungen, hellgrünen Triebe der Fichte geben dem Oxmel Heilkraft und Geschmack

Fichtenwipferl

Inhaltsstoffe u.a.:
  • Vitamine, insbesondere viel Vitamin C
  • Ätherische Öle (u.a. Bornylacetat, Limonen, Camphen, Pinen,
  • Flavonoide
  • Terpene
  • Gerbstoffe
Wirkungen u.a.:
  • Entzündliche Erkrankungen der Atemwege: Die Wirkung der Fichte wird in der Volksheilkunde als wirksames und wohlschmeckendes Therapeutikum zur Husten- und Schleimlösung geschätzt. Zudem wird ihr eine krampflösende Wirkung zugeschrieben.
  • Stärkung des Immunsystems & allgemeine Kräftigung: Die Fichtentriebe sind neben den antibakteriellen und antimykotischen ätherischen Ölen auch reich an Vitamin C, weswegen sie früher in der Volksheilkunde innerlich bei Skorbut eingesetzt wurden. Weiterhin fanden sie Anwendung bei Tuberkulose, als Blutreinigungsmittel, bei chronischen Hauterkrankungen und bei Verdauungsschwäche. Generell können die Fichtenwipferl daher auch gut zur allgemeinen Abwehrstärkung verwendet werden. 
Den Oxymel kann man alternativ und zu jeder Jahreszeit, auch im Winter, mit den Fichtennadeln herstellen. Hierzu zerkleinert man sie stark, am besten kurz im Mixer und verfährt ansonsten gleich, wie im Rezept angegeben.

Rezept Fichtenwipferl-Oxymel

Oxymel mit Fichtenwipferln: Hustensaft, Immunbooster & Gesunde Nascherei

Oxymel mit Fichtenwipferln stärkt das Immunsystem fördert die Darmgesundheit und ist ein prima Hausmittel für Atemwegserkrankungen und Husten.Übrigens ist er auch super  köstlich in der Wildkräuterküche  […]

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Menge: 1 Liter Vorbereitungszeit:

Zutaten

  • Frische Fichtentriebe und nach Belieben weitere frische Kräuter, wie z.B. Spitzwegerich und Thymian
  • 1 Teil Bio-Apfel- oder anderen Bio-Obstessig, z.B. Birnenessig (für insgesamt 1 Liter = 250 ml)
  • 3 Teile Bio-Honig (für insgesamt 1 Liter = 750 ml)

Und so geht’s

  • 3 Teile Honig und ein Teil Essig (Volumenverhältnis) in einem Gefäß gut miteinander verrühren. Jetzt ist deine Oxymelbasis schon einmal fertig.
  • 1 Teil zerkleinerte Fichtentriebe bzw. alternativ andere Kräuter, in ein verschließbares Glas füllen und mit 2 Teilen Oxymelbasismischung auffüllen.
  • Je nach verwendetem Kraut 1-4 Wochen bei Zimmertemperatur, nicht in der Sonne, extrahieren lassen. Meinen Fichtenwipferloxymel lasse ich vier Wochen ziehen. Zartere Blätter und Blüten müssen nicht so lange ziehen. Wenn sie die Farbe verlieren und glasig werden, ist dies ein Anzeichen dafür, dass die Auszugszeit beendet werden kann.
  • Das Glas insbesondere am Anfang täglich schwenken, damit die Inhaltsstoffe gut ausgezogen werden können.
  • Nach Ablauf der Auszugszeit abseihen und in eine Flasche füllen,.
  • Kühl und dunkel lagern. Mindestens 1 Jahr haltbar.

Kurz notiert

Zur Stärkung des Immunsystems kann kurmäßig über einen Zeitraum von 3 Wochen täglich 1/2 Stunde vor dem Frühstück ein Stamperl in warmem Wasser oder einem leichten Tee verdünnt eingenommen werden. Möchte man die Kur fortsetzen, sollte man mindestens 1 Woche pausieren, bis man fortfährt. Fichte nicht bei Keuchhusten oder Asthma, nicht kurmäßig bei Herzschwäche oder Bluthochdruck, nicht für Babys und Kleinkinder anwenden. Es können jede Menge andere Kräuter im Oxymel ausgezogen werden, z.B. Minze, Melisse, Rose, Schafgarbe, Thymian, Dost, Johanniskraut u.v.m. – die Oxymelbasismischung hat allerdings schon an sich gesundheitsfördernde Eigenschaften und kann auch pur verwendet werden.

 

Viel Freude beim Ausprobieren. Täglich schütteln nicht vergessen, das ist wirklich wichtig für Wirkung und Geschmack. Alles Liebe!

Eure Wilde Möhre

Disclaimer! Wenn man selber Wildpflanzen sammelt und diese nutzt, muss man in der Lage sein, die Pflanze zu hundert Prozent sicher zu erkennen. Bei Unsicherheit ist von der Nutzung unbedingt abzusehen! Die auf dieser Seite zur Verfügung gestellten Informationen sind sorgfältig zusammengetragen und recherchiert. Dennoch übernimmt der Anbieter dieser Webseite keine Gewähr für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Seiten und Inhalte. Die vorgestellten Hausmittel und Rezepturen ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Anwendung bei Babies, Kleinkindern, Kindern, Schwangeren und Menschen mit Bluthochdruck sollte in jedem Fall unter ärztlicher Begleitung bzw. nur mit vorheriger Abklärung durch einen Arzt erfolgen. Bei unklaren, schweren, akuten und anhaltenden Gesundheitsbeschwerden reichen Hausmittel nicht aus und es sollte ein Arzt konsultiert werden. Das Nachmachen der Rezepturen und die Anwendung der Tipps geschieht auf eigene Verantwortung.

Fotos: ©Silja Parke

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8 comments

Heike Sturm 13. Juli 2020 - 12:04

Danke für deine tolle Seite. Hier könnte ich stundenlang stöbern. 🙂
Ich möchte heute ein Oxymel mit Zitronenmelisse ansetzen.

Reply
wildemoehre 13. Juli 2020 - 12:41

Hallo liebe Heike, oh, das freut mich wirklich sehr! Danke, dass du mir so ein liebes Feedback gibst. Der Oxymel mit Zitronenmelisse wird sicher klasse! 🙂 Alles Liebe! Silja

Reply
Maria 20. September 2020 - 15:24

Eine geniale Seite. Bin schon die ganze Zeit am Stöbern und meinen Kalender für nächstes Jahr mit Infos zu spicken.
Wann ist denn die beste Zeit um Fichtenspitzen zu sammeln?

Reply
wildemoehre 20. September 2020 - 21:22

Hallo liebe Maria, oh, vielen Dank! Das freut mich sehr! Die Fichtenspitzen heißen bei uns auch “Maiwipferl”. Das kommt daher, dass man sie im Mai sprießen und man sie dann sammelt. Durch die klimatischen Veränderungen kann das aber inzwischen auch schon in den April fallen. Das hängt auch ein bisschen davon ab, wo man lebt. Sobald die hellgrünen Spitzlein sprießen, kannst du sie sammeln. Wenn sie ungefähr 2 cm lang sind und noch weich, sind sie aber ergiebiger, als wenn sie noch ganz winzig und klein sind. Alles Liebe! Silja

Reply
Fit durch den Winter mit Oxymel - Steiermarkgarten 20. Dezember 2020 - 13:54

[…] weiteres Tolles Oxymel-Rezept habe ich bei Silja von wildemöhre.at hier gefunden: Ihr vorgestelltes Fichtenwipferln-Oxymel ist besonders hilfreich bei entzündlichen […]

Reply
wildemoehre 20. Dezember 2020 - 14:45

Liebe Carina, vielen Dank! Ich freue mich sehr über die Verlinkung! Du hast einen schönen Blog! https://steiermarkgarten.at/
Alles Liebe! Silja

Reply
Heidemarie Traut 30. Dezember 2020 - 03:30

Wow! Heute ist mein Glückstag!
Liebe Silja, gerade eben habe ich mehr zufällig Carinas Blog entdeckt, und durch Ihre Verlinkung bin ich auch bei Dir gelandet!
Ihr Beiden habt Euch ganz den Heilkräutern verschrieben, das ist so wunderbar! Auch ich bin eine total Kräuterbegeisterte Frau.
Vor Jahren war ich Dozentin bei der Volkshochschule und habe dort versucht, insbesondere auf die Wildkräuter aufmerksam zu machen. Nach meiner Auffassung “trampeln” wir auf so vielen, ganz wunderbaren Wildräutern herum (die dann auch noch als “Unkraut” bezeichnet und mitunter, unter Anwendung von Giften, aus den eigenen Gärten oder Äckern verbannt werden!), ohne zu wissen, wie gut sie uns täten, würden wir es denn wissen. Und an dieser “Schraube” drehe ich jetzt schon seit etlichen Jahren. Und es tut so gut, wenn man erkennen darf, dass hier zumindest in Teilbereichen eine Wandlung, eine Änderung eintritt. Das Interesse und das Bewusstsein wächst.

Jetzt wollte ich mich auch bei Dir als Followerin eintragen…ist aber leider nicht vorgesehen. Schade!

Bleibt mir zunächst Dir einen guten Start in das Neue Jahr zu wünschen, verbunden mit dem Wunsch nach viel Gesundheit!
Alles Liebe
Heidi

Reply
wildemoehre 2. Januar 2021 - 12:49

Liebe Heidi,

einen ganz lieben Dank für deine lieben Worte und die guten Wünsche.
Auch ich wünsche dir ein glückliches und gesundes neues Jahr, mit hoffentlich vielen schönen und „grünen“ Momenten.

Ich war gerade auf deiner Seite und bin beeindruckt, wie kreativ du bist. Wunderschön!

Ja, du hast recht, es ist ein großer Wandel zu spüren. Sehr viele Menschen wenden sich wieder der Natur zu und lernen die Wildkräuter wieder kennen. Ich bin sehr glücklich darüber!

Ganz herzliche Grüße von der wilden Möhre Silja

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