Der Frühling lässt nun doch noch auf sich warten und mein geliebter Bärlauch, über den ich euch einen Blogartikel versprochen hatte, hat sich wieder unter der Schneedecke versteckt. Er wird nun doch noch ein paar Tage auf sich warten lassen, genauso wie mein Blogpost über ihn. In der Zwischenzeit können wir uns aber der Fichte widmen. Ihr immergrünes Wesen und ihre ausgesprochene Winterhärte machten die Fichte bei den nordgermanischen Völkern zum Symbol von Kraft und Hoffnung. Wie passend! So kann sie uns jetzt doch mit ihren aufbauenden Eigenschaften aus dem Wintertief holen, Erkältungen vorbeugen sowie lindern und bei Muskelverspannungen für Erleichterung sorgen. Natürlich erfreuen sich insbesondere die jungen Maiwipferl hoher Beliebtheit, jedoch auch jetzt im Winter können wir die Fichtentriebe sammeln und aus ihnen ein herrliches und wohltuendes Fichtenbadesalz machen.
Ein Winterspaziergang sorgt für die nötige Lichtaufnahme und Bewegung. Gleichzeitig können wir die Fichtenzweiglein für unser “Wald-Wellness” Badesalz sammeln.
Zweigspitzen sammeln ohne Mühe
Auch im Winter kann man wunderbar die Zweigspitzen der Fichten sammeln. Hierfür muss man die Zweigspitzen nicht einmal von den Bäumen herunter schneiden oder pflücken. Der Wind und auch die Tiere, wie Eichhörnchen sorgen dafür, dass genug Sammelgut unter den Bäumen am Waldboden liegt. Auch frisch geschlagene oder vom Wind entwurzelte und bei Windwurf oder Windbruch umgefallene und umgeknickte Fichten bieten sich an, solange die Nadeln noch frisch sind. Und noch etwas Positives hat das Ganze: Wir gehen raus in den Wald, bewegen uns und fangen Tageslicht und gute, frische Waldluft ein. Ein Segen für Körper, Geist und Seele und ein echter Stimmungsaufheller im zähen “Winterblues”.
Wohltuend bei Erkältungen, Müdigkeit & Muskelverspannungen
Die Wirkung von Fichtennadelbädern ist vor allem auf die in den Nadeln enthaltenen ätherischen Öle zurück zu führen. Ein Fichtennadel-Vollbad ist anregend, belebt die Haut und fördert die Durchblutung. Es ist erwärmend, was besonders angenehm in der kalten Jahreszeit ist. Es kann Muskelverspannungen lindern und bei Erkältungen helfen. Ein Fichtennadelbad unterstützt auf angenehme Weise dabei durchzuatmen. Bei entzündlichen Atemwegsinfekten tut es gut die ätherischen Öle, die beim Baden freigesetzt werden einzuatmen. Sie sind entzündungshemmend, lösen zähen Schleim und helfen beim Abhusten.
Fichtennadelbadesalz selber machen
Und hier das Rezept für ein schönes “Wald-Wellness” Winter-Fichtennadel-Badesalz. Es ist ein Basisrezept. Die Fichtennadeln könnt ihr genauso gut gegen andere Kräuter, wie Thymian, Rosmarin oder Lavendel austauschen.
Rezept Fichtenbadesalz
Das Milchpulver sorgt für ein gutes und gepflegtes Hautgefühl und dient gleichzeitig als Emulgator für das ätherische Öl. Dieses kann sich dann besser im Badewasser verteilen, denn ätherisches Öl an sich ist in Wasser nicht löslich. Wenn ätherisches Öl zu konzentriert ist, kann es die Haut und die Schleimhäute reizen, weswegen es auch nie unverdünnt verwenden werden soll. Fichte darf bei Asthma bronchiale, Keuchhusten, größeren Hautverletzungen, Hauterkrankungen, fieberhaften und infektiösen Erkrankungen, Herzinsuffizienz und Bluthochdruck nicht in Form von Bädern angewendet werden.
Salz und Milchpulver können in der Regel im Supermarkt gekauft werden. Alternativ könnt ihr die Zutaten für ein solches Badesalz auch im Naturkosmetik-Zubehör-Handel kaufen. Ich kann euch die Naturkosmetik Werkstatt empfehlen. Hier findet ihr viele Zutaten, viele davon in Bio-Qualität.
Fichtenbadesalz
wildemoehre
Der Winter hält an. Jetzt kann ein vitalisierendes und wärmendes Bad so richtig gut tun. Eine Anleitung zur Herstellung eines Fichtannadel-Badesalzes – auch bei Erkältungen und Verspannungen ein gutes Helferlein […]
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Anwendung
Für ein Vollbad gebt ihr 2-3 Esslöffel Badesalz in das Badewasser. Wenn ihr die Fichtennadeln nicht direkt in der Badewanne haben möchtet, gebt ihr das Badesalz in ein leichtes Baumwollsäckchen – ich empfehle dies. Das Baumwollsäckchen hängt ihr schon in die Wanne ein, während das Wasser einläuft. Die Wassertemperatur sollte zwischen 35 und 38 Grad sein und die Badezeit 20 Minuten nicht überschreiten. Nach dem Bad ist es sinnvoll, sich noch eine halbe Stunde Erholung zu gönnen und zugedeckt bzw. warm eingepackt zu ruhen.
Tipp!
Ihr könnt das Badesalz auch in einen Frotteewaschlappen füllen und diesen zubinden. Damit könnt ihr dann sanft eure Haut massieren. Das wirkt durchblutungsfördernd und anregend. Selbst wenn ihr keine Badewanne habt, könnt ihr so das Badesalz auch prima unter der Dusche verwenden.
Hinweis
Bitte geht behutsam mit den ätherischen Ölen um. Sie sollten nie pur angewendet werden und auch nur in Maßen. Für Kleinkinder und Schwangere sind viele ätherische Öle nicht geeignet. Bei Keuchhusten oder Bronchialasthma sollte unbedingt auf ein Fichtennadelbad verzichtet werden, da es die krampfartigen Beschwerden noch verstärken kann. Auch bei Fieber ist ein Fichtennadelbad nicht geeignet. Es gilt wie immer, dass bei Unklarheiten die Anwendung mit einem Arzt abzuklären ist.
So ihr Lieben, kommt noch gut und entspannt durch die letzten Wintertage. Denkt daran, bald ist nun wirklich Frühling! Macht euch schöne Gedanken und vielleicht versüßt ihr euch ja auch noch die Zeit mit ein wenig “Wald-Wellness”. Ach und… wer Lust hat, noch ein bisschen mehr über die Fichte zu erfahren, ist herzlich eingeladen, an einem meiner Mai-Workshops teilzunehmen. Bei dem Workshop “Grüne Power aus dem Wald: Rund ums Maiwipferl” machen wir tolle Sachen für Gesundheit, Wellness und Genuss aus den himmlisch maigrünen und frühlingshaften Fichtenwipferln.
Alles Liebe!
Eure Wilde Möhre
Fotos: ©Silja Parke
10 comments
Liebe Silja, vielen Dank für den Tipp – ich habe nur eine Frage – wie lange hält sich das Fichtennadelbadesalz ? Am Liebsten würde ich gern jetzt aus den Maispitzen flüssiges Fichtelnadelbad für den Winter machen… geht das überhaupt oder ist das Ganze dann bis dahin “schlecht” ? Danke dir und herzliche Grüße, Juliane
Liebe Juliane, Salz ist ein sehr gutes Konservierungsmittel. Ein Badesalz hält daher sehr lange, wenn du es verschlossen und möglichst kühl und dunkel lagerst. Ich muss aber sagen, dass mir im Badesalz die Fichtennadeln besser gefallen, als die jungen Fichtentriebe. Die Nadeln sind reich an ätherischem Öl und duften intensiv. Ein flüssiges Bad wird sicher nicht so lange halten, es sei denn, du fügst Konservierungsmittel hinzu. Du könntest aber beispielsweise ein Destillat aus den Fichtentrieben herstellen, wobei ich hier auch eher die Fichtennadeln empfehlen würde, Fichtentriebe gehen aber auch. Das Destillat hält dann sicher bis zum Herbst. Und wenn du dann im Herbst ein Bad nehmen magst, kannst du dir aus 80 ml Fichtennadelhydrolat, 3 EL Mandelöl, 3 EL Gummi arabicum Pulver und 5-10 Tropfen ätherischem Öl eine Bademilch zubereiten. Im Kühlschrank hält diese ungefähr 2 Wochen. Wenn du keine Destille hast, machst du es folgendermaßen: Nimm einen Kochtopf mit einem konisch geformten Deckel. In den Kochtopf stellst du ein Sieb, oder hängst es ein. In das Sieb stellst du ein Schälchen. Um das Schälchen herum legst du die Fichtennadeln. Der Kochtopf sollte so mit Wasser befüllt werden, dass das Wasser die Pflanzenteile nicht berührt. Wenn du alles vorbereitet hast, legst du den Deckel verkehrt herum auf den Topf und lässt das Wasser kochen. Der Dampf steigt auf, sammelt sich am Deckel, fließt zur Mitte und tropft dann in das Schälchen, jetzt hast du ein Destillat. So kannst du auch ohne Destille ein Hydrolat herstellen. Wichtig ist: Ein Hydrolat ist immer klar, nicht trüb und es enthält keine Schwebeteilchen. Um Schwebeteilchen zu verhindern kann man das Destillat am Ende noch einmal durch einen sehr feinen Filter geben und dann in dunklen Flaschen lagern. Fichtennadeln werden zum Destillieren wie folgt verbereitet: Zerkleinern, mit heißem Wasser übergießen und eine StundeZUGEDECKT (sonst entweichen die ätherischen Öle schon vorher) ziehen lassen. Abseihen und die eingeweichten Nadeln mit dem abgeseihten Fichtennadelwasser, wie oben beschrieben destillieren. Wenn du Fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden. Alles Liebe und viel Freude mit den Fichtenwipferln.Vielleicht gefallen dir ja auch diese Rezepte: https://xn--wildemhre-57a.at/2018/05/20/oxymel/ oder https://xn--wildemhre-57a.at/2017/06/01/maiwipferlhonig/ Beides geht supergut mit Fichtenwipferln. Ich persönönlich liebe das Oxymel sehr!
Wow danke dir für deine ausführliche Antwort – werd ich auf jeden Fall ausprobieren 🙂
Sehr gerne liebe Juliane. Viel Freude beim Ausprobieren! 🙂
Vielen lieben Dank. Das werde ich auch probieren.
Gerne! Schön, dass es dir gefällt. Viel Freude beim Ausprobieren!
Meine Frage dazu: wofür ist das Milchpulver gut?
Hallo liebe Nadine, das Milchpulver wird zum einen als pflegende Komponente hinzugefügt und dient zum anderen als Emulgator, damit sich die ätherischen Öle besser im Badewasser verteilen. Es ist jedoch nicht zwingend nötig. Es gibt inzwischen übrigens auch vegane Varianten im Naturkosmetikhandel, zum Beispiel Mandel- oder Kokosmilchpulver. Liebe Grüße Silja
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