Räuchern zur Herbsttagundnachtgleiche (Mabon) – Zeit der Ernte und des Dankes

by wildemoehre
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Räuchern im Jahreskreis ist unter anderem ein schönes Medium, sich mit dem Kreislauf der Natur zu verbinden, die unterschiedlichen Zeitqualitäten des Jahres besser wahrzunehmen und im Einklang mit ihnen zu schwingen. Früher lebten die Menschen noch viel mehr in diesem Rhythmus und die Festlichkeiten fanden an Wendepunkten statt, an denen deutlich eine Veränderung in der Natur spürbar war. Die Herbsttagundnachtgleiche gehört zu diesen Wendepunkten, sie liegt im Jahreskreis genau der Frühlingstagundnachtgleiche gegenüber und markiert auch unseren kalendarischen Herbstanfang. Zum zweiten Mal im Jahr ist der Tag jetzt genauso lang wie die Nacht.

Fest der Ernte und des Dankes

 Es geht jetzt in das letzte Viertel des Jahres, die Ernte ist eingefahren und die Natur wird jetzt endgültig ihre Kräfte einziehen. In der keltisch-germanischen Tradition feierten die Menschen um diese Zeit das Fest der Ernte und des Dankes. „Mabon“ kommt aus der keltischen Mythologie und meint wahrscheinlich den Rückzug der keltischen Gottheit der Fruchtbarkeit und des Lichts, die sich jetzt in die „Anderswelt“ zurückzieht, genau wie die Natur. Und noch heute wird bei den Christen Erntedank gefeiert. Es gibt Gottesdienste und Prozessionen, in denen Gott für die Ernte gedankt wird. Feldfrüchte, Getreide und Obst werden dekorativ aufgestellt und später zum Teil an karitative Einrichtungen verteilt.
Darüber hinaus finden viele regionale Märkte und Festivitäten statt, bei denen die frisch hergestellten Produkte feilgeboten werden und ausgelassen gefeiert wird. Es ist eine Jahreszeit, die viele sehr lieben, weil allmählich wieder Ruhe einkehrt. Früher war der Erntemonat September von außerordentlicher Bedeutung, denn das, was jetzt noch geerntet und konserviert werden konnte, war ein Garant für das Überleben im Winter. Ein Unwetter konnte auch jetzt noch die ganze Ernte zerstören. Die Menschen versuchten darum früher, die (Wetter)götter friedlich zu stimmen, indem sie ihnen dankten, räucherten und opferten.

Ende des Frauendreißigers

Auch die Hausapotheke sollte zu dieser Zeit wieder gut gefüllt sein. Ihr erinnert euch an meinen Blogpost zur Sommermitte? Die zweite Periode im Jahr, in der traditionell wirkungsvolle und heilkräftige Kräuter gesammelt werden, ging am 15. September zu Ende. Wer fleißig war und jetzt das Schränkchen voll hatte, war gerüstet für den Winter.

Zeit für Rückschau und Dankbarkeit

Während Frühling und Sommer sehr geschäftige Jahreszeiten sind, in denen der Blick nach vorne und aufs Ziel gerichtet ist, können wir uns jetzt einmal die Zeit nehmen, Rückschau zu halten. Wir können uns persönliche Fragen stellen, z.B.:

  • Was lässt mich lächeln, wenn ich an die letzten Monate denke?
  • Wofür möchte ich danken?
  • Wo sind Samen zu Früchten gereift, die ich gesät habe?
  • Welche Bedürfnisse habe ich gefördert?
  • Welche Herausforderungen habe ich gemeistert?
  • In welchen Bereichen fühle ich mich ganz in meiner Mitte?

Sich diese Fragen bewusst zu machen, kann viel in uns bewirken. Indem wir auf das schauen, für das wir Dankbar sind, können wir unser Leben als Fülle wahrnehmen.  Und auch für das, was manchmal nicht so gut lief, können wir in der Rückschau vielleicht dankbar sein, weil sich uns ein Sinn erschließt oder wir etwas daraus gelernt haben. Als Symbol der Dankbarkeit können wir der Natur im Räucherritual Opfergaben überbringen. Vielleicht möchte man ihr Früchte aus dem eigenen Garten darbringen, vielleicht aber auch etwas selbst gebasteltes, ein schönes Fundstück oder einfach etwas, was einem lieb ist. Wichtig dabei ist, dass die geopferten Materialien natürlich abbaubar sind. Das Wort “Opfer” hat in den Ohren vieler Menschen sicher einen etwas negativ besetzten Klang, man könnte einfach auch sagen, dass man der Natur aus Dankbarkeit ein Geschenk darbringt. Für das Räuchern kann man sich einen ruhigen Platz in der Natur suchen, den man sehr mag, vielleicht das “Lieblingsplatzerl”. Zum Opfern oder nennen wir es “Schenken”, kann man sich z.B. einen Baumstumpf, eine kleine Mulde oder Nische suchen.

Alte Zöpfe

Vielleicht gibt es trotz der Fülle oder gerade ob zu großer Fülle auch alte Zöpfe, die wir abschneiden möchten, auch dies können wir im Räucherritual tun, z.B. in dem wir uns einen Zopf aus Süßgräsern oder anderen räucherbaren Materialien flechten und diesen symbolisch für das Zurücklassen von Gewohnheiten, Ereignissen, Beziehungen etc. abräuchern.

Mögliche Räucherstoffe zur Herbstagundnachtgleiche

Die Räucherstoffe kann man sich nach Intuition selbst auswählen. Hier ein paar Vorschläge: Beifuß, Dost, Königskerze, Lavendel, Mädesüß, Rose, Steinklee, Thymian, Wermut, getrocknete Früchte wie Berberitzen, Schlehen usw. oder Früchte von Gewürz- und Heilpflanzen wie Fenchel, Wilde Möhre oder Engelwurz. 

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Vielleicht konnte ich euch ja Lust machen, diese Zeitqualität zu nutzen und ein wenig Rückschau und inne zu halten. Viel Freude dabei und die Erkenntnis, dass ihr auch in diesem Jahr viele “reife Früchte” ernten konntet, wünscht euch

Eure Wilde Möhre

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