Den Geschmack des Frühlings einfangen mit Traubenkirschenblütensirup

Traubenkirschenblütensirup-12-klein

Den Geschmack des Frühlings einfangen mit Traubenkirschenblütensirup

Nein, der Holler blüht noch nicht, knospige Blütenstände hat er ja schon einmal, aber wie müssen uns noch ein wenig gedulden. Es gibt aber auch andere schöne Alternativen zu den beliebten Holunderblüten, aus denen gerne ein Sirup zubereitet wird. Traubenkirschenblüten zum Beispiel. Momentan präsentiert sich uns in Salzburg ein regelrechtes Blütenmeer. Zahlreiche Bäume und Sträucher zeigen uns ihre ganze Pracht. 

Die ersten Frühlingsboten...

Traubenkirsche (Prunus padus)

 Die Traubenkirsche ist ein bis zu 15 Meter hoher Strauch. Sie gehört zu den Rosengewächsen. Für Rosengewächse, zu denen die meisten unserer Obstbäume auch zählen, ist es charakteristisch, dass sie Blausäureglykoside enthalten. Bei der Traubenkirsche sind sie sowohl in den Blättern, in den Blüten als auch in den Kernen der Früchte enthalten. Daher kommt auch der bittermandelartige Duft der Blüten, was wir zum Aromatisieren unseres Sirups nutzen. In geringer Dosis sind die Blausäureglykoside in Ordnung, in höherer Dosis jedoch wirken sie giftig. Die Früchte sind essbar und können zu Saft, Gelee, Marmelade und weiteren Köstlichkeiten verarbeitet werden. Dabei sollten aber stets die Kerne entfernt werden. Einen Absud aus den Blättern kann man übrigens gegen Ungeziefer bei Zimmerpflanzen verwenden, indem man die Pflanzen damit besprüht. Das Holz wurde früher u.a. bei der Herstellung von Bögen, Körben und Schlitten verwendet und viele erinnern sich vielleicht aus ihrer Kindheit noch an die “Maipfeiferl”, die selbst geschnitzt wurden und oft aus Traubenkirschenzweigen gemacht waren. 

Habt ihr als Kinder auch "Maipfeiferl" geschnitzt?

Rezept: Traubenkirschenblütensirup Kaltansatz

Zutaten

5 Handvoll Traubenkirschenblüten (von den Zweigen abgestreift)

1 Liter Wasser

1 kg Zucker

1 Zitrone in Scheiben geschnitten

25 g Zitronensäure oder alternativ 250 ml Zitronensaft

Und so geht's

  • Die Traubenkirschenblüten von den Zweigen abstreifen
  • Wasser, Zucker, Zitronenscheiben, Zitronensäure oder alternativ Zitronensaft, gemeinsam mit den Blüten in ein Gefäß geben.
  • 2-3 Tage zugedeckt an einem an einem nicht allzu warmen Ort – nicht in der Sonne! –  ausziehen lassen und täglich umrühren.
  • Nach Ablauf der Auszugszeit noch kurz in einem Topf erhitzen, durch ein Sieb abseihen und in sterile Flaschen abfüllen.

Die Flaschen könnt ihr bei 200 Grad im Ofen sterilisieren. Wenn die Temperatur erreicht ist, werden die Flaschen circa fünf bis zehn Minuten im Ofen belassen. 

Mein Experiment

Ich habe sonst Zitronensäure verwendet und sie dieses Mal gegen Zitronensaft ersetzt. Zitronensäure ist eine synthetisch hergestellte und isolierte Substanz, die niemals eine echte Zitrone gesehen hat. Der Name suggeriert dies nur. Sie ist in zahlreichen Getränken und Lebensmitteln enthalten. Zitronensäure reduziert Oxidationsprozesse, die durch Sauerstoff- und Lichteinwirkung den Verderb von Lebensmitteln beschleunigen. Allerdings soll Zitronensäure auch die Aufnahme von Aluminium in den Körper erhöhen, Oxidationsprozesse fördern, die Zellmembranen angreifen und den Zahnschmelz schädigen. Ich bin gespannt, ob sich die Zitronensaftvariante bewährt. In alten Holunderblütensiruprezepten wurde jedenfalls sehr viel Zitronensaft und keine Zitronensäure verwendet. Habt ihr Erfahrungen damit? Dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

Tipp

Der Sirup wird verdünnt mit Wasser getrunken, schmeckt aber auch herrlich mit Prosecco. Mit Blütensirupen könnt ihr übrigens auch prima backen und Desserts geschmacklich verfeinern.

Die Wilde Möhre verabschiedet sich nun erst einmal für zwei Wochen nach Portugal. Mit zwei Gruppen gehen wir auf Kräuterreise und erkunden die Flora und Fauna des Alentejo. Natürlich werde ich darüber berichten und ihr könnt unsere Aktivitäten bei instagram verfolgen. Euch wünsche ich schöne frühlingshafte grüne Erlebnisse und jede Menge Schmackhaftes auf dem Teller und im Glas.

Alles Liebe!

Eure Wilde Möhre

Disclaimer! Wenn man selber Wildpflanzen sammelt und diese nutzt, muss man in der Lage sein, die Pflanze zu hundert Prozent sicher zu erkennen. Bei Unsicherheit ist von der Nutzung unbedingt abzusehen! Die auf dieser Seite zur Verfügung gestellten Informationen sind sorgfältig zusammengetragen und recherchiert. Dennoch übernimmt der Anbieter dieser Webseite keine Gewähr für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Seiten und Inhalte. Die vorgestellten Hausmittel und Rezepturen ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Anwendung bei Kindern, Schwangeren und Menschen mit Bluthochdruck sollte in jedem Fall unter ärztlicher Begleitung bzw. nur mit vorheriger Abklärung durch einen Arzt erfolgen. Bei unklaren, schweren, akuten und anhaltenden Gesundheitsbeschwerden reichen Hausmittel nicht aus und es sollte ein Arzt konsultiert werden. Das Nachmachen der Rezepturen und die Anwendung der Tipps geschieht auf eigene Verantwortung.

22. April 2018

Fotos: ©Silja Parke

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