Jetzt im Frühling die vitalisierende Kraft des Bärlauchs nutzen

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Jetzt im Frühling die vitalisierende Kraft des Bärlauchs nutzen

Rezept: Bärlauch-Topfen-Aufstrich

Der Bärlauch, er ist wirklich einer der allerersten Frühjahrsboten! Ist es nicht zu kalt, kann man oft schon Ende Januar beobachten, wie sich an besonnten Hängen die ersten Bärlauchspitzen durch den Boden schieben. Als Pflanze, welche die Stärke besitzt mitten im Winter auszutreiben, wurde Bärlauch von unseren Vorfahren zur “Kraftpflanze” erkoren. Dies lässt sich schon am Namen erkennen, denn der Bär gilt seit jeher als Krafttier. Mit dem Bärlauch verleibte man sich nach einem Winter voller Entbehrungen wieder neue Kräfte ein. Noch heute ist der Bärlauch ein beliebtes Kraut, um den “wintermüden” Körper wieder zu vitalisieren. Das wirkt sich auch gleich positiv aufs Gemüt aus. Mit dem Bärlauch kann man außer Pesto eine ganze Menge anstellen. Beim Sammeln gibt es ein paar Dinge zu beachten, da es zu verhängnisvollen Verwechslungen kommen kann. Zum Einstieg in die Bärlauchzeit habe ich einige Infos für euch zusammengefasst und stelle euch mein Bärlauch-Topfen-Rezept vor. Im Laufe der Bärlauchzeit werden noch weitere Rezepte hinzu kommen.

Bei den Germanen ein Krafttier und sogar "König der Tiere". Namentlich und symbolisch ist der Bär mit dem Bärlauch verbunden. Und noch eine Bärenpflanze ist auf dem Bild, seht ihr sie? Rechts im Bild der Wiesenbärenklau.

Der Bärlauch & der Bär

Kleiner Exkurs: Geschichtliches & Legende

Pflanzen, denen unsere Vorfahren eine besondere Wirkung zuschrieben, haben oft ein Krafttier in ihrem Namen, genau wie unser Bärlauch. Er ist eine der ältesten Nutz- und Heilpflanzen des Volkes. Häufig werden Überreste des Bärlauchs bei steinzeitlichen Pfahlbauten gefunden. Die Menschen lebten früher viel enger mit der Natur verbunden und beobachteten diese ganz genau. Der Bär galt bei den Germanen als ausgesprochenes Krafttier. Er wurde sehr bewundert und gleichzeitig mit Erfurcht betrachtet. Der Bär ist ein Einzelgänger und ein echter Lebenskünstler. Er kann sich verschiedensten Bedingungen anpassen und bewegt sich sowohl im flachen Land, als auch im Wasser und als Kletterer in den Bergen sehr geschickt. Wie kaum ein anderes Wesen kämpft er um das Überleben seines Nachwuchses. Hierher rührt auch der Ausspruch “wie eine Bärenmutter kämpfen”. In der Winterruhe zehrt der Bär von seinen Fettreserven und fährt dabei seine Herzfrequenz und seine Atmung zurück. Mit den “Bärenpflanzen”, so glaubte man früher, könne man die außerordentliche Lebensenergie des Bären auf sich selbst übertragen.

Bärlauch wächst in Buchen- und Auwäldern und an Bachläufen auf feuchten und nährstoffreichen Böden

Was macht den Bärlauch so g'sund?

u.a. Vitamine, Mineralstoffe, Lauchöle & Flavonoide

Natürlich sind es seine Inhaltsstoffe. Bärlauch ist reich an Vitamin C und an Mineralstoffen, was ihn zu einem typischen Kraut für Frühjahrskuren macht. Der Bärlauch gehört zu den Amaryllisgewächsen und innerhalb dieser Familie zur Unterfamilie der Lauchgewächse. Typisch für diese Familie sind die Lauchöle, die ähnlich wie die Senfölglykoside der Kreuzblütler wirken. Lauchöle sind Schwefelverbindungen, die für den typischen “Lauchgeschmack und -geruch” verantwortlich sind. Beim Bärlauch ist es das Alliin. Es hat einen positiven Effekt auf Magen- und Darm. Die Verdauungssäfte werden angeregt und Gärungs- und Fäulniserreger werden gehemmt. Insgesamt hat Bärlauch eine günstigen Einfluss auf die Darmflora und eine reinigende Wirkung auf das Blut. Dies kann sich dann unter Umständen auch positiv auf das Hautbild auswirken. 

Bärlauch hat auch einen positiven Effekt auf den Blutdruck und den Cholesterinhaushalt, allerdings ist diese nicht ausreichend, um den Bärlauch hier als Medikament in akuten Fällen einzusetzen. Man sollte die Wirkung eher als unterstützend, gesundheitsfördernd und vorbeugend betrachten. Bärlauch enthält außerdem Flavonoide, eine sehr vielfältige Stoffgruppe mit einer Vielzahl positiver Wirkungen. Flavonoide gelten u.a. als Radikalfänger und Entzündungshemmer. 

Bärlauch sollte frisch im Frühling verwendet werden

Vorbeugen statt Heilen

Der Bärlauch ist ein typisches Kraut, dass nach dem Motto “Vorbeugen statt Heilen” genutzt werden kann. Es fördert die Gesunderhaltung, stärkt das Immunsystem und vertreibt im Frühjahr, am besten in Verbindung mit Bewegung und frischer Luft, müde und träge Geister. Da getrockneter Bärlauch seine Wirkkraft verliert kann man ihn, abgesehen von einer alkoholischen Tinktur oder einem Essig nur schwer konservieren. Erfahrungsgemäß schmeckt der Bärlauch aber auch genau zu der Jahreszeit in der er wächst am Besten. Daher tut man sich gut daran, die Kraft des Bärlauchs im Frühling zu nutzen und ihn frisch in die Ernährung einzubinden, z.B. in Form eines leckeren Bärlauchtopfens. Ein schönes Rezept findet ihr weiter unten. Weitere Rezepte mit Bärlauch folgen noch im Blog im Laufe der Bärlauch-Saison.

Alle Teile des Bärlauchs sind essbar
Essbare Bärlauchknospen
Essbare Bärlauchblüten
Essbare Bärlauchfrüchte

Welche Teile werden verwendet?

Sowohl das Kraut, als auch die Blüten, Knospen und Wurzeln (längliche Zwiebel, die von durchsichtigen Häuten umgeben ist) können verzehrt werden. Die Blätter werden bis zur Blütezeit verwendet, dann haben sie den höchsten Wirkstoffgehalt und sind schmackhaft. Mit der Blüte sinkt der Wirkstoffgehalt und die Blätter werden zunehmend unansehnlich und schmecken nicht mehr gut. Die Knospen und Blüten können roh aufs Butterbrot gegessen oder als essbare Dekoration genutzt werden. Die Knospen sind auch sehr lecker als Beilage, wenn man sie in etwas Öl in der Pfanne andünstet. Die Verwendung der Zweibeln sollte man sich genau überlegen. Ich persönlich bin der Meinung, dass es nicht nötig ist Bärlauch auszugraben, da Blätter, Knospen und Blüten ausreichend sind. Man muss sich immer bewusst sein, dass das Ausgraben ein Eingriff ist, der eine Auswirkung auf den Bestand haben kann, den es zu schützen gilt. Deswegen sollte man, wenn man unbedingt Bärlauchzwiebeln ausgraben möchte, dies nur im eigenen Garten tun.

Rezept: Bärlauch-Topfen-Aufstrich

Rezept Bärlauch-Topfen-Aufstrich

Hier ein leckeres und ganz einfaches Rezept mit Bärlauch für euch. Ein Topfen ist ganz schnell gemacht und der Bärlauch lässt sich so ganz leicht in die Ernährung einbinden. 

Zutaten

250 g Topfen

100 g Frischkäse (70% Fett i.Tr.)

25 g zimmerwarme Butter

30 g Bärlauch

2 TL Sonnenblumenöl

2 TL Zitronensaft

Salz

frisch geschroteter Pfeff

Und so geht's

Der Aufstrich kann ganz leicht mit einem Mixer oder einem Pürierstab zubereitet werden. Zunächst den Bärlauch mit dem Sonnenblumenöl und dem Zitronensaft auf niedriger Stufe im Mixer pürieren. Der Bärlauch darf ruhig etwas gröber bleiben. Dann den Frischkäse, die Butter und die Hälfte des Topfens hinzugeben und nochmals auf kleiner Stufe mixen. Am Ende den restlichen Topfen mit einem Löffel unterheben und die Mischung mit Salz und Pfeffer abschmecken. In ein hübsches Schüsselchen füllen und mit Bärlauchblättern dekorieren. 

Wer keinen Mixer zur Verfügung hat, kann die Zutaten auch mit dem Löffel zusammenmischen und gehackten Bärlauch unterheben. Der Aufstrich bekommt dann aber nicht so eine homogene hellgrüne Farbe, wie im Mixer.

Ihr Lieben! Ich wünsche euch einen tollen Start in die Bärlauch-Saison! Ihr lest bald wieder von mir, u.a. mit weiteren Bärlauchrezepten.

Eure Wilde Möhre

Disclaimer! Wenn man selber Wildpflanzen sammelt und diese nutzt, muss man in der Lage sein, die Pflanze zu hundert Prozent sicher zu erkennen. Bei Unsicherheit ist von der Nutzung unbedingt abzusehen! Die auf dieser Seite zur Verfügung gestellten Informationen sind sorgfältig zusammengetragen und recherchiert. Dennoch übernimmt der Anbieter dieser Webseite keine Gewähr für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Seiten und Inhalte. Die vorgestellten Hausmittel und Rezepturen ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Anwendung bei Kindern, Schwangeren und Menschen mit Bluthochdruck sollte in jedem Fall unter ärztlicher Begleitung bzw. nur mit vorheriger Abklärung durch einen Arzt erfolgen. Bei unklaren, schweren, akuten und anhaltenden Gesundheitsbeschwerden reichen Hausmittel nicht aus und es sollte ein Arzt konsultiert werden. Das Nachmachen der Rezepturen und die Anwendung der Tipps geschieht auf eigene Verantwortung.

06. März 2018

Fotos: ©Silja Parke; ©Andreas Thomasser; ©Wilfried Bedek; Bären, Auwald, Blüten, Knospen entsprechend der Verzichtserklärung Creative Commons CC0 von der kostenlosen Bilddatenbank Pixabay  entnommen  

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