Natürliche Haarpflege mit Brennnessel und Rose selber machen

Brennnesssseiwasser1

Natürliche Haarpflege mit Brennnessel und Rose selber machen

Unser Haar macht einen erheblichen Anteil unseres äußeren Erscheinungsbildes aus, darum hegen und pflegen wir es. Wie bei einem Bild umrahmt das Haar unser Gesicht und verleiht ihm die gewisse Ausstrahlung. Hängt das Haar schlapp, strähnig und glanzlos herunter, dann sind wir damit unglücklich. Mit einer natürlichen Haarpflege können wir unser Haar nähren und kräftigen und sie ist wirklich ganz einfach selbst gemacht. Seht selbst, wie ihr euch ganz leicht aus Brennnesselwurzel und Rosenwasser ein ganz tolles Haarwasser herstellen könnt.

Natürlich schönes und kräftiges Haar mit der richtigen Pflege

Mögliche Gründe für schlappes Haar

Eine mineralstoffarme Ernährung, Stress, die falsche Pflege oder hormonell bedingte Gründe können dazu führen, dass unser Haar nicht mehr so schön kräftig ist und glänzt, wie wir das gerne hätten. Es ist essenziell wichtig, dass wir unseren Körper von innen, wie von außen, mit den für die Körperfunktionen so wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Stumpfes, brüchiges und schlapp herunterhängendes Haar kann auf Mängel zurück zu führen sein.  Aber auch eine falsche Haarpflege kann zu unschönen Ergebnissen führen. Anfangs tun die Haarpflegemittelchen oft eine gute Wirkung, aber schon bald ist der Effekt nicht mehr wie gewünscht. Darum sollte unbedingt auf natürliche Haarpflegeprodukte geachtet werden, denn Stoffe wie Silikone oder Erdöl-Derivate haben in einer Haarpflege nichts zu suchen und sind schlichtweg gesundheitsschädlich.

Schädliche Substanzen in herkömmlichen Haarpflegemitteln

Der Grund für die Verwendung bedenklicher chemischer Inhaltsstoffe seitens der Hersteller ist, dass sie zum einen kostengünstig sind und zum anderen Effekte erzielen, die von den Kunden gewünscht sind. Erdöl-Derivate beispielsweise werden als Feuchthaltemittel eingesetzt. Sie sollen die Hautfeuchtigkeit erhalten, reizen die Kopfhaut aber in Wirklichkeit und machen sie durchlässig für Giftstoffe. Silikone glätten das Haar, machen es leicht kämmbar und lassen es zunächst einmal glänzend ausschauen. Sie verbleiben allerdings im Haar, weil sie sich bei der Haarwäsche nicht herauswaschen lassen und machen das Haar dadurch schwer. Es hängt dann strähnig herunter und hat keine Sprungkraft mehr. Noch schlimmer ist jedoch, dass Silikone die Kopfhaut versiegeln und damit ihre natürliche Entgiftungsfunktion unterdrücken. Der Körper sucht sich dann andere Wege, was z.B. über Hautprobleme zum Ausdruck kommen kann. Wenn der Körper keinen Ausweg mehr findet, wird der Mensch krank. Es gibt eine Reihe weiterer chemischer Substanzen, die in herkömmlichen Haarpflegeprodukten oftmals enthalten sind. Sie reichen von potenziell Allergien auslösenden, über erbgut- und fruchtschädigenden, bis hin zu krebserzeugenden Substanzen. Als ich begann mich näher mit dieser Thematik zu befassen, war dies für mich ein guter Grund auf Naturkosmetik umzusteigen bzw. einfache Pflegeprodukte selbst herzustellen. Ich gebe außerdem zu bedenken, dass wir dazu neigen unsere Haut und unser Haar zu überpflegen. Auch hier ist weniger sicher mehr und Haut, Haar und Körper können besser damit umgehen.

Die Brennessel ist reich an Mineralstoffen und Kieselsäure und daher ein gutes Haarkräftigungsmittel
Die Rose ist die Königin der Blumen, sie duftet nicht nur herrlich, sondern hat pflegende, beruhigende, feuchtigkeitsspendende und antibakterielle Eigenschaften

So wirken Brennnessel und Rose

Für ein schönes Haar ist es wichtig, dass es gut genährt ist. Vor allem ein Mangel an Kieselsäure ist häufig Schuld daran, dass das Haar nicht mehr so schön aussieht. Kieselsäure ist nämlich ein wichtiger Bestandteil unserer Haarsubstanz. Sie wirkt direkt an der Haarwurzel, wo das Keratin neu gebildet wird. Mit Pflanzen, die reich an Kieselsäure sind, können wir daher das Haarwachstum unterstützen und unser Haar kräftigen, es erhält dadurch mehr Glanz und Festigkeit. In der Brennnessel sind u.a. in beträchtlicher Menge Mineralstoffe und vor allem auch Kieselsäure enthalten - und das Praktische ist: Sie wächst nahezu überall um uns herum in größeren Mengen! Das Rosenwasser duftet nicht nur herrlich, sondern hat auch feuchtigkeitsspendende, pflegende und antibakterielle Eigenschaften. Es ist mild und wohltuend für unsere Kopfhaut. Für die Herstellung von Rosenwasser werden hauptsächlich die Rosa damascena, Rosa gallica, Rosa centifolia und Rosa officinalis verwendet. Wer Duftrosen im Garten hat, kann sich ein Rosenwasser selber destillieren. Dies ist aber auch in der Apotheke und in guten Reformhäusern erhältlich.

Alles Natur: Pflegendes und kräftigendes Haarwasser einfach selbst gemacht

Brennnessel-Rosen-Haarwasser

Zutaten

Schraubglas

Brennesselwurzel oder Brennnesselkraut, frisch oder getrocknet

40 bis 45 prozentiger Alkohol

Naturreines Rosenwasser

Brennnessel wächst vor jeder Haustüre. Für das Haarwasser kann sowohl die Wurzel als auch das Kraut verwendet werden

Und so geht's

Ein Schraubglas zu drei Viertel mit klein geschnittener Brennnesselwurzel oder klein geschnittenem Brennnesselkraut befüllen und mit 40 bis 45-prozentigem Alkohol bis zum Rand auffüllen. 6 Wochen an einem normal temperierten Ort stehen lassen (nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen) und gelegentlich leicht schütteln. Nach sechs Wochen abseihen und mit der gleichen Menge Rosenwasser aufgießen. Fertig ist das Haarwasser!

Ansatz des Krautes oder der Wurzel mit 40 bis 45 prozentigem Alkohol in Schraubgläsern. Das Rosenwasser kann man selber destillieren oder in Apotheken und Reformhäusern kaufen

Das Haarwasser könnt ihr in eine Sprühflasche geben, so könnt ihr es perfekt nach der Haarwäsche im Haar verteilen und in die Kopfhaut einmassieren. Das Haarwasser wird übrigens nicht ausgespült.

In der Sprühflasche lässt sich das Haarwasser gut im Haar verteilen

Anmerkung: Der Alkohol macht das Haarwasser lange haltbar, zudem werden die Inhaltsstoffe der Brennnessel gut im Alkohol ausgelöst. Wer aber fürchtet, dass der Alkohol die Kopfhaut zu stark reizt oder austrocknet, kann sich auch einfach einen Sud aus Brennnesselwurzel oder Kraut kochen, diesen abseihen und mit der gleichen Menge Rosenwasser mischen. Für den Sud übergießt ihr das Pflanzenmaterial mit der gleichen Menge (Volumen) kaltem Wasser und bringt den Ansatz zum Sieden. Danach lasst ihr ihn weitere 10 bis 15 Minuten zugedeckt kochen und wieder abkühlen, bevor ihr ihn abfiltert. Diese Variante ist allerdings höchstens ein paar Wochen haltbar aber ansonsten auch eine gute Alternative. Achtet unbedingt darauf, dass die Flasche steril ist und dass die Werkzeuge gut gereinigt sind - so können sich nicht so schnell Keime breit machen und ihr habt länger etwas von eurem Haarwasser.

 

Für die Brennnesselwurzel ist die beste Sammelzeit das Frühjahr oder der Herbst. Ihr könnt die Brennnesselwurzel in Stücke schneiden und trocknen. So habt ihr das ganze Jahr über Material für die Verarbeitung. Die Brennnessel hat unterirdische Rhizome. Um daran zu kommen, ziehe ich die Pflanze einfach aus dem Boden und trage dabei Gartenhandschuhe, damit es nicht so brennt. Das Rhizom der Brennnessel ist so weit verzweigt, dass man eigentlich immer nur einen Teil davon herauszieht und die Brennnessel so munter weiter austreiben kann.

TIPP

Ihr könnt auch im selben Verfahren Birke, Klettenwurzel oder Rosmarin für ein pflegendes und kräftigendes Haarwasser verwenden. 

Alles Liebe!

von der Wilden Möhre

Disclaimer! Die Inhalte dieser Webseite recherchiere und erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt. Ich übernehme jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Texte und Ratgeber. Die Nutzung dieser Webseiteninhalte erfolgt auf eigene Gefahr. Die Hausmittel und Rezepturen ersetzen auf gar keinen Fall den Gang zum Arzt. Bei unklaren oder starken gesundheitlichen Beschwerden sowie in der Schwangerschaft und bei Kindern sollte eine Anwendung vorher ärztlich abgeklärt werden.

16. Juli 2017

Fotos: ©Andreas Thomasser; Haar und Rose entsprechend der Verzichtserklärung Creative Commons CC0 von der kostenlosen Bilddatenbank Pixabay  entnommen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.