Vom Hohlen Lerchensporn und von den Hummeln

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Vom Hohlen Lerchensporn und von den Hummeln

Heute hat die Wilde Möhre und ihren Liebsten der Frühling gepackt. Wir streifen durch unser Revier und genießen eine der schönsten Zeiten im Jahr.

Mit bunten Blüten bestickte Waldböden im Frühling

Frühling! Bunt bestickte Waldböden allüberall

Der Waldboden ist allüberall mit bunten Blüten bestickt, solange noch, bis die Waldriesen das Walddach mit ihren belaubten Baumkronen wieder schließen und den Boden beschatten. Bis dahin sollten die bunten Blümelein gefruchtet und für ihren Fortbestand im nächsten Jahr vorgesorgt haben. So herrscht hier auch ein reges Treiben, es summt und schwirrt nur so herum.

Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)

Was macht denn die Hummel da?

Aha, was macht denn die Hummel dort beim Hohlen Lerchensporn? Sie landet direkt am Sporn anstatt ihren Rüssel direkt in die Blüte zu stecken und sich am Nektar zu laben. Zugegeben, die Blüte ist auch ziemlich lang, durch den Sporn, dem das Blümchen ihren Namen verdankt, weil er die Namensgeber an die gespornten Zehen der Haubenlerche erinnert hat. "Hohl" übrigens deswegen, weil der knollige Wurzelstock dieser Lerchenspornart (Corydalis cava) hohl ist – aber zurück zur Hummel ... Genau dort hinten im Sporn sitzt nämlich der süße Nektar aber weil der Sporn "sooo" lang ist, können nur langrüsslige Insekten direkt über den Blüteneingang an den lieblichen Blütensaft gelangen. Insekten mit kürzeren Rüsseln, zu denen auch ein paar Hummelarten, wie vielleicht auch die unsere hier, gehören, kennen nämlich einen Trick.

Liebes Hummelchen, bist du da nicht auf der falschen Seite gelandet?
So wäre es richtig herum

Knabber knabber Löchlein

Um an den süßen Saft zu gelangen, wissen Insekten, die einen zu kurzen Rüssel haben, um direkt über den Blüteneingang in den Sporn zu gelangen, sich zu helfen. Sie knabbern einfach seitlich vom Sporn ein Loch, durch das sie ihren Rüssel hinein stecken und den Nektar hinaussaugen können. Zu geschickt! Ein bisschen blöd ist das aber schon für den Hohlen Lerchensporn. Lockt er doch Insekten mit seinem süßen Nektar an, weil er bestäubt werden möchte. So ist es doch eigentlich ein Geben und ein Nehmen: Nektar gegen Bestäubung = Fortpflanzung. Aber nur Insekten, die ihr Köpfchen direkt in den Blüteneingang stecken, werden mit dem Blütenstaub bepudert, den sie dann zu entfernteren Lerchenspornen tragen und diese befruchten. Der Hohle Lerchensporn jedoch gibt großzügig auch an diejenigen ab, die nicht mit den rechten Werkzeugen ausgestattet sind und trotzdem erblüht er alle Jahre wieder und erfreut uns im Frühling mit seinen hübschen purpurrot-violetten, lang gespornten Blüten!

Ertappt!
Ab zur nächsten Blüte. Bye Bye!

2. April 2017

Fotos: ©Andreas Thomasser

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